(c) Manfred Borgwardt
     Erstausgabe 4.4.2002
      Ausgabe    14.12.2006

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Inhalt:


1.1 Allgemeine Begriffsbestimmungen
1.2 Lichttechnik im Wandel der Zeit
1.3 Paraboloid-Scheinwerfer
1,4 Freiflächen-Scheinwerfer
1.5 Ellipsoid-Scheinwerfer (DE)
1.6 Xenonlicht
1.7 Bi-Xenon
1.8 Doppel-Xenon in der Premiumklasse
1.9 Pseudo-Xenon
1.10 Übersicht Scheinwerferlampen 01/2004
1.11 Neue Signallampen
1.12 Nachträgliche Umrüstung auf Xenon - die rechtliche Seite
1.13 Unzulässige Lampen am PKW gelten ab 1.5.03 als erheblicher Mangel

2. Automatische Leuchtweitenregulierung



1.1 Allgemeine Begriffsbestimmungen - ohne geht's nicht:

Wir sprechen von Birnen und denken dabei weniger an Obst sondern meinen die Lampen. Andere schrauben eine neue Lampe an ihr Auto und doch ist es eine Leuchte. Man hört von Leuchtmitteln und denkt sicher nicht an die Stromrechnung. Also hier einige Hauptbegriffe:

> Leuchten sind die Geräte oder Vorrichtungen, die elektrisches Licht für eine bestimmte Funktion abgeben. Sie sind entweder nach Funktion oder Design konstruiert. In der Automobiltechnik sind dieses meist anschlussfertige Module mit im inneren angeordneten Reflektoren, Spiegeln, Linsen und Lampenfassungen. Die vorderen Leuchten werden auch als Scheinwerfer bezeichnet.

> Leuchtmittel ist der ganz allgemeine Begriff für die Lichterzeuger, die man in die Leuchten einsetzen muss, damit sie überhaupt Licht abgeben können. In der allgemeinen Lichttechnik können dieses sein Glühlampen, LED, Gasentladungslampen oder Leuchtstofföhren. Im Automobilbau spricht man eigentlich nur von Lampen beim Einsatz in Scheinwerfern, Innenleuchten und herkömmlichen Heckleuchten.

> Lampen sind die Lichterzeuger, die in der Leuchte eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich nach Technologie, Funktion , Leistung und Fassung.

> Für das Nachtdesign im Cockpit - also den modernen Orientierungslichtsystemen für Instrumente, Schalter und Türmodule - werden neuartige Technologien eingesetzt. Diese arbeiten nach dem Prinzip einzelner LED (Leuchtdioden) - die funktionell platziert und in das Design der Umgebung mit integriert werden - oder nach dem Verfahren der Lichtleit - oder Lichtkabeltechnik. Ausgehend von zentralen Lichtquellen wird farbiges Licht über feinste Lichtleitkabel oder Kunststoffprofile in schwerzugängliche Positionen z.B. der Schalttafel geleitet .

> Einen weiteren Sonderfall bei Außenleuchten bieten die LEDs, die bislang nur als Bremszusatzlicht oder Sidemarker zum Einsatz kamen. So hat z.B. Fa. Hella fertige Leuchtdiodenmodule für Rückleuchten beim Lupo / Arosa auf den Markt gebracht. Der neue Audi A8 und der VW-Phaeton haben bereits serienmäßig LED-Module im Rücklicht. 

Weitere zukunftsweisende Produkte in LED-Technologie für Fahr- und Fernlicht  der Premiumklasse stehen bei verschiedenen Fahrzeugherstellern zur Markteinführung bereit.


1.2 Die Lichttechnik im Wandel der Zeit:

Die Lichttechnik in Fahrzeugen hat in den letzten Jahren einen raschen Wandel vollzogen - zunächst neue Scheinwerfersysteme mit Freiflächenreflektoren (FF) und Projektionssystemen (DE oder PES) - dann neue Gasentladungslampen (Xenon). Und das Ende ist noch nicht abzusehen: Variable Lichtverteilungen für Kurvenfahrt oder abhängig von Fahrgeschwindigkeiten sowie spezielle Tag-Fahrleuchten werden das Licht der Zukunft bringen.


1.3 Paraboloid-Scheinwerfer

Jahrzehntelang war der klassische Scheinwerfer mit einer paraboloiden Reflektorfläche ( Paraboloid-Scheinwerfer) üblich. Wegen der damaligen Karosserieform mit Kotflügeln (Käfer, DKW, Ford) musste man Abblendlicht und Fernlicht in einem Scheinwerfergehäuse integrieren.

Zu diesem Zweck wurde die 2-Fadenlampe entwickelt ( Bilux), die so vor dem Reflektor positioniert wurde, dass der Abblendlicht-Faden nur nach oben abgestrahltes Licht
(1) erzeugt hatte - der freiliegende Fernlichtfaden dagegen weitgehendst die volle Reflektorfläche (2).

Eine Streuscheibe vor dem Scheinwerfer mit kleinen Optikelementen bewirkte die erforderliche Streuung zur Vergleichmäßigung des Lichtes und eine Lichtablenkung für das asymmetrische Abblendlicht.



Später wurde die Bilux-Kugellampe durch die moderne H4-Halogenlampe ersetzt. Die notwendige Abschattung für das Abblendlicht wird im Glaszylinder der H4 durch eine winzige Blendplatte
(3) erreicht.

Mit Einführung der Pontonkarosserie und im Zuge des sportlichen Modetrends, galt es Anfangs der 80er Jahre als besonders trendy, Doppelscheinwerfer einzusetzen. ( Audi 100GL, Audi200, Audi Coupe, Scirocco, Passat GT, Audi80 GT).
Rückwirkend war die Lichtausbeute beim Fahrlicht jedoch unbefriedigend, da die Scheinwerferdurchmesser oft nur halb so groß waren und die Lampenleistung unverändert 55W betrug. Ein Vorteil war lediglich beim Fernlicht zu erreichen, da beide Scheinwerfer gleichzeitig leuchten konnten.


1.4 Frei Flächen Scheinwerfer (FF)

Aufsehen erregte dann ein neues Reflexionsprinzip Mitte der 90er Jahre, bei denen die Reflektorfläche freigeformt ist - die vielen kleinen Teilflächen werden per Computer in der Neigung so berechnet und später so präzise gefertigt, dass die Teillichtmengen gezielt auf der Fahrbahn verteilt sind.
Während beim klassischen Paraboloid-Reflektor im Abblendlichtbetrieb die Hälfte des Reflektors wegen der notwendigen Abschattung ungenutzt blieb, wird nun die vollen Fläche ausgenutzt. Diesen Reflektor nennt man deshalb Frei-Flächenreflektor (FF).
Die Verbesserung ist verblüffend - vor allem dann, wenn man die FF-Scheinwerfer nicht kleiner baut, sondern in der Größe belässt - so wie beim Wechsel vom Polo A02 auf den Polo A02-GP im Jahre 2000.



Da durch die Konstruktion des FF-Reflektors bereits eine Gleichmäßigkeit in der Ausleuchtung erreich wird, hat man auf eine Streuscheibe verzichtet und die inzwischen zum Trend gewordene Klarglasoptik eingeführt.

VW hat als erster Hersteller den Golf als Serienfahrzeug mit Doppel- FF-Halogenscheinwerfern in einem gemeinsamen Leuchtengehäuse mit Klarglasoptik ausgerüstet. 


1.5 Ellipsoid Scheinwerfer (DE oder PES)

Ein großer Technologiesprung ist durch die Entwicklung von Projektions- scheinwerfern gelungen. Ähnlich wie bei einem Diaprojektor wird das
Licht zunächst reflektiert
(1) und dann durch eine Linse (2) gebündelt.

Der Vorteil: Hohe Lichtleistung bei kleinem Einbaudurchmesser und extrem scharfer Hell-Dunkelgrenze. Die Reflektorfläche
(1) entspricht einem dreiachsigen Ellipioid - daher der Name DE (bei Hella). Bosch nennt dieses System PES (Poly-Ellipsioid-Scheinwerfer).

Um DE-Scheinwerfer für das Abblendlicht einsetzen zu können, wird im Strahlengang ein Blechsteg
(3) zur Abschattung eingebaut. Durch die anschließende Projektion (2) wird eine sehr gleichmäßige Fahrbahnausleuchtung mit sehr scharfer Hell-Dunkelgrenze (4) erreicht.



VW hat als erster Hersteller den NewBeetle mit dieser neuartigen DE-Technik für das Abblendlicht in Kombination mit dem oben beschriebenen FF-Reflektor für das Fernlicht ausgerüstet. Das alles in einem gemeinsamen Gehäuse in Klarglasoptik.

1998 kamen in dieser Kombination der Audi A6 und der Audi A4 hinzu. Dann der Octavia und A3-GP und Lupo GTI. Der Passat mit Halogenlicht erst mit der GP in 2001.

Wegen der außerordentlich scharfen Hell-Dunkel-Grenze sind DE-Systeme besonders geeignet für den Betrieb mit den vergleichsweise lichtstarken Xenonlampen  - allerdings nur bei besonderer Auslegung der Schweinwerfer-
konstruktion. Eine nachträgliche 1:1 Umrüstung von DE-Leuchten ist i.d.R. wegen abweichender optischer Eigenschaften der Xenonlampen nicht möglich - ganz abgesehen davon, dass wesentliche nachträgliche Veränderungen von Leuchten nicht zulässig sind.


1.6 Das Xenon-Licht (GLD)

Hier kommen keine Halogenlampen zum Einsatz sondern Gasentladungs- lampen mit Xenongasfüllung. Daher wird Xenonlicht im Sprachgebrauch der Werkstätten bei VW auch mit GLD bezeichnet.
Es leuchten also keine Glühwendeln, sondern ein Lichtbogen . Die Xenonlampe wird vom einem Vorschaltgerät durch einen Hochspannungsimpuls gezündet - danach auf eine konstante Brennleistung von 35W geregelt. Xenonlampen liefern ein tagesähnliches Licht - doppelt soviel wie bei einer Halogen H7-Lampe bei nur 2/3 der Leistung.



Wegen der guten Helldunkelabgrenzung werden bei VW und Audi Xenonlampen in DE-Scheinwerfern eingebaut. Allerdings sind dafür spezielle Reflektoren erforderlich, da Xenonlampen konstruktiv bedingt ihren Lichtpunkt an einer anderen Position haben. Mercedes bevorzugt anfänglich den Einbau in FF-Reflektorschweinwerfern - geht aber seit 2003 auch auf DE über.

Wegen der hohen Blendgefahr wird von Gesetzgeber bei Xenonlicht eine Scheinwerferreinigungsanlage (SRA) vorgeschrieben UND eine Leuchtweitenregulierung (LWR). Ein Nachrüsten von Xenon im Fahrzeugen ohne SRA und ohne LWR ist daher nicht zulässig. Darauf gehe ich gleich noch im Kapitel 1.12 ein. Eine Beschreibung der LWR finden Sie im Kapitel 2


1.7 Was ist Bi-Xenon ?

Ab dem Jahre 2001 sind im Passat-GP2001 , W8 und Audi A6 /S6 /A8 Bi-Xenonleuchten eingesetzt . Was ist das?
Bi-Xenon bedeutet, dass eine Xenonlampe zwei Funktionen ausführt - und zwar Abblendlicht und Fernlicht aus einem gemeinsamen DE-Scheinwerfer.

Innerhalb des DE-Scheinwerfers wird im Strahlengang das Xenonlicht durch eine elektromagnetisch angetriebene Blende (Shutter) zwischen Abblendlicht und Fernlicht umgeschaltet.



Im Ruhezustand schattet die Blende das Licht auf Abblendlicht ab - beim Umschalten auf Fernlicht wird die Klappe durch einen Elektromagneten weggeschwenkt und der volle Lichtstrom als Fernlicht freigegeben.

Da Bi-Xenon im inneren des Scheinwerfers abläuft, kann man von außen diese Variante vom normalen Xenon nicht unterscheiden.

Die Funktion einer Lichthupe bei Tage lässt sich aber mit Bi-Xenon nicht erreichen, da das Zünden der Xenonlampe und die Anlaufkurve bis zur vollen Helligkeit mehrere Sekunden beträgt.

Daher sind mit Bi-Xenon ausgestattete Fahrzeuge zusätzlich mit einem extra Fernscheinwerfer mit Halogenlampe bestückt - die nachts zusätzlich zum Xenonfernlicht geschaltet werden. Dieses "Lichthupen" Fernlicht kann irgendwo im Frontspoiler angeordnet sein (4-Augengesicht) wie beim neuen Polo 2002 oder Lupo GTI- oder zusammen mit Bi-Xenon hinter einer gemeinsamen Klarglas-Baueinheit, wie die folgende Tabelle zeigt.




1.8 Doppel-Xenon, der neue Trend

Die Premiummarken von Audi und VW sind neuerdings mit bis zu 4 Xenon-Scheinwerfern ausgestattet. So ist beim VW Phaeton folgende Besonderheit zu finden:

- Der normale V6 (Serie) hat das klassische Xenon für das Abblendlicht mit einer GLD hinter der DE-Optik. Für das Fernlicht ist eine Halogenlampe in einer zweiten Leuchte eingesetzt, die auch am Tage die Lichthupenfunktion übernimmt.

- Als Sonderausstattung oder Serie beim W12 ist die Doppel-Xenon-Einheit (nicht Bi-Xenon) erhältlich. Außen ist eine DE-Einheit mit Xenon für das Abblendlicht - innen eine DE-Einheit mit Xenon für das Fernlicht.
Die Lichthupenfunktion wird dadurch erreicht, dass die GLD durch ein spezielles, für den D1 entwickeltes Steuergerät in wenigen Millisekunden zündet und auf Betriebshelligkeit kommt.

Da die beim Bi-Xenon sonst obligatorische Umschaltzeit vom Shutter entfällt ist insgesamt ein spontanes Ansprechen sichergestellt.



1.9 Mehr schein als sein... Pseudo Xenon
So verlockend die Vorteile von Xenon auch sein mögen - nicht immer ist es möglich, Xenonlicht zu bestellen oder nachzurüsten.

Bieten sich denn da nicht einfach die Lampen an, die mit dem Begriff XENON beworben werden und für einen Mehrpreis von wenigen Euro statt einer normalen Halogenlampe eingesetzt werden ???

Nun, Glühfadenlampen mit blauer Glaskolbeneinfärbung und einem höheren Anteil an Xenongasfüllung sind keine echten Xenonlampen - auch wenn die Werbung dem absoluten Laien dieses mitunter vorenthält. Es ist von xenonähnlichem Licht die Rede. Gute Markenfabrikate mit neuer Glühwendelkonstruktion und Xenongasfüllung können in mittleren Entfernungen durch eine Konzentration der Lichtverteilung tatsächlich bis zu über 20% mehr Licht bringen. Ansonsten wird die Verbesserung eher emotional empfunden - die Werbung spricht daher ganz offen gezielt die jüngere Käuferschicht an und wecken somit Assoziationen an "echtes" Xenonlicht.

Leider gibt es auch schwarze Schafe unter den "Blaulichtern". Billigprodukte in schillernden Verpackungen sind oft nur auf Effekthascherei aus - preisen vollmundig XENON an und meinen nur die Farbtemperatur - von Xenonfüllung keine Spur. Sie haben oftmals stumpfes Licht und in der Ansicht ist das Erscheinungsbild fleckig und matt.

Also Vorsicht, wer mehr erwartet als nur bläuliches Licht.


1.10 Scheinwerferlampen

Die bislang bei VW gebräuchliche H4-Lampe mit 3 Anschlusskontakten kommt beim NewBeetle nicht zum Einsatz - auch nicht die H7-Lampe mit 2 parallelen Flachkontakten. Im Frontscheinwerfer des NewBeetles sind 2 Stck H1-Lampen verbaut, die durch einen zentralen Flachsteckkontakt zu erkennen sind.
Diese Tatsache steht im Widerspruch zu einigen Ausgabeständen von VW-Trainings- u. Selbsthilfeunterlagen, die auf H7 verweisen.



Die Grafiken zeigen rechts die Xenonlampen D2S für den Einsatz in DE-Scheinwerfern.
Die nachfolgende Tabelle der Fa. Hella zeigt eine Übersicht der
Lichtquellen für Scheinwerfer . Die darin enthaltenen Typen H8, H9 und H11 gehören zur neuen Familie von flachbauenden Halogenlampen mit waagerechtem Leitungsanschluss.


1.11 Neue Signallampen

Der besonders designorientierte Fahrer wünscht sich sicher in konsequenter Fortsetzung der äsethischen Scheinwerfergestaltung in Klarglasoptik auch eine klare Blinklampe, die nicht durch gelb eingefärbtes Glas als störend empfunden wird. Der erste Schritt war der Einsatz von weißen Blinkleuchtengläsern statt der gelben. Nun sind auch Blinklampen erhältlich, die erst beim Aufleuchten die vorgeschriebene Gelbfärbung durchlassen. Bislang wurden die Glaskolben gelb lackiert. Die neue Technik arbeitet ähnlich einem halbdurchlässigen Spiegel: Licht von innen sieht von außen anders aus als der unbeleuchtete Glaskolben in der Aufsicht. Das wird durch eine aufwendige silber-chromierte Beschichtung erreicht. Leichte Gelbschleier kompensieren einige Hersteller zusätzlich durch eine schwach blaue Tönung.


Auf dem Markt sind u.a erhältlich die MagicStar (Hella), Diadem (Osram) und die Silver-Vision (Philips).



1.12 Nachträgliche Umrüstung auf Xenon

Zugelassene Umrüstsätze mit allen notwendigen Anpassarbeiten für den Selbsteinbau stehen auch bei aktuellen Modellen nur selten zur Verfügung.

Die Versuchung ist daher groß, dennoch die gelegentlich im Internet angepriesenen Universal-Xenon-Komplettbausätze einzubauen. Wie schon erwähnt, gibt es keine Universallösung, da sich der Lichtpunkt von H4-Lampen und Xenonlampen unterscheiden und damit auch die physikalische Kompatibilität.

Folgende Kriterien sind bei Umrüstung auf Xenon-Entladungslampen releva
nt:

Die Voraussetzungen im Fahrzeug:
Zum Betrieb sind unbedingt Vorschaltgeräte erforderlich, die betriebssicher montiert werden müssen. Wegen des hohen Strombedarfes beim Zünden und der ersten 10sec danach, müssen ausreichende Querschnitte für die Spannungsversorgung vorhanden sein, damit die Spannungsabsenkung nicht zu groß wird. Die Bordelektronik ist gegen Störungen infolge Zündimpulse auf den Leitungen zu schützen, da sonst Fehlauslösungen von ESP oder Airbags sind nicht sicher vermieden werden können.
Ich selbst habe bei meinem privaten A6 jedes Mal beim Einschalten des Abblendlichtes regelmäßig eine CD-Wechsler-Störung bekommen und 2x einen Notlaufbetrieb. Es war das erste Modelljahr '98 mit Xenon ab Werk.

Für den Einsatz von nachgerüsteten Xenon-Beleuchtungen gibt es zahlreiche gesetzliche Vorschriften, auf die ich in den nachfolgenden Absätzen ausführlich eingehe.

Die optisch-physikalischen Voraussetzungen
Wegen des anderen Aufbaus der Lampe müssen die Leuchten bei Xenon anders konstruiert sein als bei Halogenlampen. Auch die Lampensockel sind meist nicht kompatibel. Wird dieses nicht beachtet, stimmen optischer Lichtpunkt des Brenners nicht mit dem Brennpunkt der Leuchte überein. Die Folge ist eine extreme Blendung / Streuung bzw sehr schlechte Lichtausbeute.

Erfahrungen von Leuten, die eBay-Sätze ( für alle VW / Audi passen sollen) im A4 eingebaut haben, klingen abenteuerlich - so mussten die Lampen mit Unterlegscheiben in der Höhe justiert und am Lampenträger gefeilt werden. Das ist unglaublich, wenn man weis, dass beim DE-System der Brennpunkt exakt stimmen muss - im Grunde gibt es ja 2 Brennpunkte hintereinander auf der Hauptachse. Jede 1/1o mm Abweichung bringt Lichtverlust, Streuung und Blendung.

Daher gibt es sowohl im Ersatzteilgeschäft als auch beim Nachrüsten immer mehr fertig justierte und anschlussfertige Leuchtenmodule vom Fahrzeughersteller. Das ist dann besonders einfach, wenn das Fahrzeug nach 1998 erstmals zugelassen und dieses als Mehrausstattung ab Werk mit Xenon ausgerüstet werden konnte. (Golf, Bora, Lupo).

Auch Bosch und Hella bieten für einige Modelle Komplettsätze an.


Die rechtliche Seite
Grundsätzlich müssen die Beleuchtungseinrichtung der
Strassenverkehrs- zulassungsordnung (StvZO) entsprechen.
Bei Veränderungen der Scheinwerfer erlischt die Betriebserlaubnis und damit der Versicherungsschutz. Erst durch Abnahme beim TÜV oder durch Mitführen einer ABE wird der rechtmäßige Zustand wieder hergestellt.

Herzu folgende Einzelheiten:


Nachrüsten von bauartgenehmigten Xenoscheinwerfern:
Nach den in Deutschland geltenden straßenverkehrsrechtlichen Bestimmungen können für lichttechnische Einrichtungen sowohl die Vorschriften der Straßenverkehr- Zulassungs-Ordnung (StVZO) als auch die entsprechenden EU-Richtlinien angewendet werden

Die Scheinwerfer müssen jedoch in jedem Falle bauartgenehmigt sein.
Nicht bauartgenehmigte Scheinwerfer sind nur dann zulässig, wenn durch ein anerkanntes Lichttechnisches Institut die "Etwa-Wirkung" der Scheinwerfer nachgewiesen wurde (damit wird bestätigt, dass die Lichtverteilung ungefähr den nationalen Bestimmungen nach den TA Nr. 7a oder denen der ECE-Regelung Nr. 98 entspricht und die Blendwirkung die darin enthaltenen Vorgaben nicht überschreitet).

In Serie hergestellte Pkw werden auf Grund einer EG-Typgenehmigung (früher Allgemeine Betriebserlaubnis) in den Verkehr gebracht. Die Erteilung der EG-Typgenehmigung erfolgt auf der Grundlage der Ratsrichtlinien der EU.

Pkw mit EG-Typgenehmigung sind, wenn sie mit Gasentladungslampen ausgerüstet sind, auch immer mit Scheinwerfer-Reinigungsanlagen und automatischen Leuchtweiten-Regelungseinrichtungen ausgestattet, weil dies in der ECE-Regelung Nr. 48 gefordert wird. Die EU-Richtlinie 76/ 756/ EWG über den Anbau lichttechnischer Einrichtungen ist inzwischen in die ECE-Regelung Nr. 48 übernommen worden.

Dazu folgendes Zitat aus dem Bundesgesetzblatt:

I
m Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 13, ausgegeben am 31.3. 2000 S. 310 ist die 31. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften erschienen. Die Änderungen sind erheblich. Für die Ausrüstung mit Gasentladungslampen (Xenon) sind besonders hervorzuheben:

In § 50 neuer Absatz 10 "Scheinwerfer für Fern- und Abblendlicht" wird nunmehr vorgeschrieben, dass Kfz mit Scheinwerfern für Fern-
und Abblendlicht, die mit Gasentladungslampen ("Xenon-Licht") ausgestattet sind, mit einer automatischen Leuchtweitenregulierung ausgerüstet sein müssen. Dies gilt für erstmals in den Verkehr kommende Fz ab 1. Juli 2000 und für bereits im Verkehr befindliche Fz, die nach dem 1. April 2000 mit Gasentladungslampen ausgestattet werden (Gasentladungslampen strahlen ein hellweißes, fast ins bläuliche gehendes Licht aus und werden von Autofahrern häufig als blendend empfunden).


Ausnahmen?:

Es sind Sonderfälle bekannt geworden von Pkws, die nicht mit Scheinwerfer-Reinigungsanlagen und automatischer Leuchtweiten- Regelungseinrichtungen ausgestattet sind. Dann sind diese im Einzelverfahren nach § 21 StVZO auf Grund nationaler Bestimmungen unter ganz bestimmten Voraussetzungen zugelassen.

In jedem Fall sollte aber vor einer Umrüstung die Genehmigungszeichen der Xenonleuchten mit der Typgenehmigung des Fahrzeuges auf Übereinstimmung geprüft werden, um rechtliche Nachteile zu vermeiden.

Nachrüsten von Xenonbausätzen oder - lampen:

Sogenannte Universal-Nachrüstsätze "aus dem Internet" oder importierte Wunder-Xenons oder gar Austauschlampen sind nicht nur technisch gesehen mangelhaft sondern vor allem nicht zugelassen, weil ihre Tauglichkeit für den EU-Fahrzeugbetrieb nicht geprüft wurden oder nicht geeignet sind. Sogenannte Scheingutachten sind oft gefälscht oder für eine andere Leuchte oder ein anderes Fahrzeug ausgestellt. Meistens kann man die Gutachten gar nicht vorher einsehen, sondern muss sie erst ersteigern !!

In diesem Zusammenhang warnt das Kraftfahrtbundesamt (KBA) durch 2 Merkblätter vor dem Einbau von Xenonlampen ohne Genehmigungszeichen:
Das KBA warnt vor illegalen Xenon-Umbauten
Das KBA informiert über Typgenehmigungen von Xenonlicht

Auch die Firma HELLA hat die rechtlichen Grundlagen zur Umrüstung auf diesem
Merkblatt HELLA zusammengestellt.



1.13 Unerlaubte Lampen am Pkw
gelten ab 1.Mai 2003 als «erheblicher Mangel»


Hannover (dpa/gms) - Unzulässige Lampen am Pkw gelten von Mai 2003 an bei der Hauptuntersuchung als «erheblicher Mangel». Nicht mehr zulässig seien Lichterketten, Firmenembleme sowie Namensschriftzüge aus Leuchtdioden und beleuchtete Figuren, teilt der TÜV Norddeutschland in Hannover mit.

Zulässige Leuchten, die aber falsch angebaut wurden, wie gelbe Seitenmarkierungsleuchten an der Fahrzeugfront oder zu viele Scheinwerfer, können in Zukunft ebenso zur Verweigerung der Betriebserlaubnis führen.

Einen erheblichen Mangel stellen dem TÜV zufolge auch umgebaute Leuchten mit farbigen, nicht genehmigten Glühlampen dar. Ebenso sei die Verwendung von Schutzgittern vor den Scheinwerfern unzulässig. Auch Leuchten im Innenraum, die unmittelbar nach außen wirken, beispielsweise Laufschriftzüge, Namensschilder und farbige Lampen hinter der Windschutzscheibe, sind verboten.

Bei allen unerlaubten Lampen müssen nach TÜV-Angaben zumindest die Kabel entfernt werden. Blinkende Lampen im Cockpit, bunte Glühlampen oder abgedunkelte Rückleuchten könnten andere Verkehrsteilnehmer irritieren und dazu führen, dass sie unter Umständen die Verkehrssituation verkehrt einschätzen und sich dabei gefährden, so der TÜV.


2. Automatische Leuchtweitenregelung

Fahrzeuge mit Xenonscheinwerfern müssen neben einer SRA ( Scheinwerfer- Reinigungsanlage) auch mit einer automatischen Leuchtweitenregelung (LWR) ausgerüstet sein.



Es sind 2 verschiedene Verfahren gebräuchlich: Die statische und die dynamische LWR.

Die statische LWR stellt bei stehendem Fahrzeug, eingeschalteter Zündung und eingeschaltetem Licht die Scheinwerfer in der Höhe einmalig auf den Beladungszustand des Fahrzeuges ein.

Hierzu sind an VA und HA je eine Geber angeordnet, deren Signale dem Steuergerät für LWR zugeführt wird. Durch die Differenz der beiden Signale wird eine Korrekturbefehl an die Stellmotore in den Scheinwerfer geschickt.
Im laufenden Fahrbetrieb wird in bestimmten Zeitabständen nachgeregelt - bei hohen Geschwindigkeiten öfters, um den sich verändernden Tankinhalt berücksichtigen zu können.
Statische LWR findet man unter anderem im GolfA4, Passat B5 1997, Polo, Lupo, Sharan und Audi A6 älter als 2001, Audi TT.


Dynamische LWR bedeutet, dass dynamische Karosseriebewegungen beim Bremsen und Beschleunigen sehr schnell ausgeregelt werden.
Die dynamische LWR arbeitet mit den gleichen Komponenten, allerdings wird permanent geregelt. Daher sind die Stellantriebe in den Scheinwerfern wegen der ungleich höheren Belastung und der erforderlich wesentlich schnelleren Stellzeit anders konstruiert. Ein Grund auch, warum man nicht ohne weiteres von statischer LWR auf dynamische umsteigen kann.
Dynmaische LWR findet man unter anderem im Audi A6 ab 2001, Passat B5-GP ab 2001, Phaeton, Touareg, Touran.
Gerade bei Fahrzeugen mit großen, komfortablen Federwegen wird das dynamische Anpassen der Leuchtweite im Fahrbetrieb (starkes Beschleunigen und Abbremsen) als sehr angenehm empfunden.

Diese Dokumentation soll ausschließlich technisches Grundverständnis vermitteln. Sie ist nicht geeignet, Qualität und Eigenschaften von Produkten oder Dienstleistungen zu beurteilen. Alle Angaben und Darstellungen sind unverbindlich, freibleibend und nach bestem Wissen am Tage der Erstausgabe angefertigt. Beachten Sie, dass der Stand der Technik sich laufend verändert.
Ich übernehme keine Haftung für Schäden und deren Folgen, die sich aus diesen Informationen ergeben könnten.
In diesem Bericht können Markenbezeichnungen der Volkswagen AG und der Firmen Bosch und Hella enthalten sein.

Alle konkreten Fragen bei Störungen an Ihrem Fahrzeug richten Sie bitte ausschließlich an Ihren VW-Fachbetrieb.

© Manfred Borgwardt, Wolfsburg
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